Branchen-Insights 2026: Bundesregierung verspricht sinkende Energiepreise – wie sehr profitieren Endverbraucher wirklich?
Allgemein
14. Januar 2026
Die Bundesregierung hat für dieses Jahr ein Maßnahmenpaket beschlossen, das Entlastungen bei Energiepreisen für private Haushalte und Unternehmen verspricht. Ziel ist es, die Belastung durch hohe Gas- und Stromkosten, die insbesondere im vergangenen Jahr deutlich zu spüren war, zu mildern und zugleich einen stabilen Energiemarkt vorzubereiten (Quelle: Bundesregierung).
Im Bundeshaushalt 2025/2026 wurden finanzielle Mittel verankert, um die Energiepreise zu reduzieren. Dazu gehören u.a. der Wegfall der Gasspeicherumlage, Bundeszuschüsse zur Senkung der Netzentgelte im Stromnetz sowie weitere Maßnahmen, die Verbraucher und Unternehmen entlasten sollen - um rund 10 Milliarden Euro pro Jahr (Quelle: Bundesregierung).
Abschaffung der Gasspeicherumlage als direkte Entlastung
Zum 1. Januar 2026 wurde die Gasspeicherumlage abgeschafft. 2022 war die Umlage in Folge der Energiekrise mit dem Ziel eingeführt worden, die Kosten für das Befüllen der Gasspeicher abzufedern. Ab diesem Jahr wird sie nicht mehr auf die Gaspreise aufgeschlagen, stattdessen übernimmt der Bund diese Kosten nun über den sogenannten Klima- und Transformationsfonds (KTF).
Was bedeutet das konkret für Haushalte?
Verbraucher zahlen ab 2026 keine Gasspeicherumlage mehr, was laut Bundesregierung für eine spürbare Entlastung bei den Gaspreisen sorgt. Konkrete Beispiele zeigen, dass Versorger wie die Berliner Gasag die Preise zum 1. Januar 2026 aufgrund des Wegfalls der Umlage bereits gesenkt haben, etwa um 0,34 Cent pro kWh, was bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 12.000 kWh/Jahr ungefähr 40 € Ersparnis pro Jahr bedeute (Quelle: DIE WELT).
Sinkende Strompreise durch geringere Netzentgelte
Ein zweiter großer Baustein der geplanten Entlastungen ist ein Bundeszuschuss von 6,5 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) an die Übertragungsnetzbetreiber, um 2026 die Netzentgelte zu senken. Niedrigere Netzentgelte wirken sich direkt auf die Strompreise aus, da sie einen wesentlichen Teil der Stromkosten ausmachen.
Das bedeutet für Verbraucher:
Für einen Haushalt mit bspw. 3.500 kWh Stromverbrauch und 20.000 kWh Gasverbrauch im Jahr pro Jahr könne die Entlastung laut Bundesregierung durch niedrigere Netzentgelte rund 160 € pro Jahr betragen. Laut einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox fallen die durchschnittlichen Entlastungen allerdings je nach Bundesland unterschiedlich stark aus. Noch vor Jahreswechsel hatten regionalen Grundversorger Preissenkungen von durchschnittlich 8,9 Prozent angekündigt. Besonders starke Preisrückgänge prognostizierte das Vergleichsportal für den Osten und Südwesten Deutschlands. In Sachsen sinken die Preise für die lokale Grundversorgung mit rund 8,5 Prozent am deutlichsten.
Kein generelles Aufatmen
Zwar wurde bereits beschlossen, die Stromsteuer für Industrie und Landwirtschaft in diesem Jahr auf den EU-Mindestwert zu senken, für private Haushalte jedoch wurde bislang keine generelle Stromsteuersenkung festgelegt.
Der CO₂-Preis bleibt Teil der Energiepreisstruktur, wirkt aber nicht direkt als staatliche Entlastungsmaßnahme für Haushalte. Er ist weiterhin ein Faktor bei Benzin, Diesel, Heizöl und Gas.
Weitere energiepolitische Entwicklungen 2026
Neben den genannten Umlagen- und Netzentgeltmaßnahmen werden weitere energiepolitische Diskussionen geführt, die mittelfristig Preise und Rahmenbedingungen beeinflussen könnten: So wird die Einführung eines subventionierten Industriestrompreises für energieintensive Unternehmen ab 2026 vorbereitet, um Wettbewerbsfähigkeit zu stärken (mit Zustimmung der EU erwartet) (Quelle: Reuters). Langfristige Struktur- und Ausbauprogramme für erneuerbare Energien sollen die Kostenbasis weiter verändern – jedoch sind diese Effekte derzeit eher mittelfristig relevant.
Fazit: Wie sehr profitieren Verbraucher wirklich?
→ Günstigere Gaspreise: Der Wegfall der Gasspeicherumlage bedeutet direkte Einsparungen für alle Gasverbraucher
→ Niedrigere Stromkosten: Bundeszuschüsse zu Netzentgelten können Strompreise um mehrere Prozentpunkte senken
→ Das bedeutet jedoch keine automatische generelle Senkung, denn eine Senkung der Stromsteuer für private Haushalte ist noch nicht verabschiedet, energiepreis-relevante Abgaben wie der CO₂-Preis bleiben außerdem bestehen.
→ Regionale Unterschiede können auftreten: Die Entlastung durch niedrige Netzentgelte kann je nach Netzgebiet unterschiedlich stark ausfallen.
Insgesamt entstehen so mögliche Einsparungen in bis zu dreistelliger Eurohöhe pro Haushalt im Jahr 2026, der tatsächliche Effekt hängt jedoch von Verbrauch, Anbieter und regionaler Netzentgeltstruktur ab.


