70 Jahre MIT – Wir feiern den Mittelstand
Über uns

Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion feiert dieses Jahr schon ihren 70. Geburtstag. Was das mit uns zu tun hat?
Unser Geschäftsführer Sven Wilhelm leitet seit 2007 den Kreisverband Meißen, ehrenamtlich und neben der Firma. Aber auch wir sind als mittelständischer Betrieb ab und an zu Gast.
Aber was haben wir als Riesaer Energieversorger 70 Jahre später noch von der Idee, die irgendwann einmal am Rande eines Parteitags entstanden ist?
Stuttgart, April 1956.
Am Rande eines CDU-Parteitags setzen sich ein paar Delegierte aus dem Mittelstand zusammen und beschließen, einen eigenen Arbeitskreis zu gründen. Drei Männer bilden den ersten Vorstand: der Abgeordnete Kurt Schmücker, der Kölner Kaufmann Heinz Schmitz und Göke Frerichs.
Am Tag darauf stimmt der Parteitag zu, und der “Bundesarbeitskreis Mittelstand” wird zur eigenständigen Vereinigung.
Eine historische Entscheidung, die bis heute nachwirkt: Von Anfang an durften auch Menschen mitwirken und -gestalten, die gar nicht parteizugehörig waren. Deshalb sitzen in den Kreisverbänden bis heute Handwerker, Landwirte und Geschäftsführer, die mit Parteipolitik wenig am Hut haben, dafür aber umso mehr für ihre Betriebe brennen.
Schmücker bleibt 14 Jahre Vorsitzender und wird 1963 zum Nachfolger von Ludwig Erhard als Wirtschaftsminister ernannt. 1969 bekommt der Arbeitskreis einen neuen Namen, Mittelstandsvereinigung, 1995 erfolgt die Fusion mit der Wirtschaftsvereinigung.
Nach der Wende entstehen im vereinigten Deutschland nun auch Verbände im Osten, in Dresden, Chemnitz, Zwickau, Magdeburg. In diesem Netz arbeitet der Kreisverband Meißen heute.
Bundesweit sind es inzwischen rund 25.000 Mitglieder. Ein Netzwerk, das ganz Deutschland erschließt – und echte Wirkung zeigt.
Denn mit der Mittelstands- und Wirtschaftsunion haben Tischler, Landwirte und Kfz-Mechaniker endlich ein direktes und gemeinsames Sprachrohr zur Politik, das nicht zu überhören ist. Und das klare Interessen vertritt.
Viele Mitglieder, ein gemeinsames Ziel
Kern der Satzung ist die Soziale Marktwirtschaft. Festgeschrieben sind zentrale Ziele wie Subsidiarität, Eigenverantwortung und Leistungswettbewerb.
Vieles davon klingt im ersten Moment nach Lehrbuch. Aber es setzt einen wichtigen Rahmen: Der Staat soll die Regeln setzen und sich dann möglichst raushalten, und wer etwas leistet, soll davon auch etwas haben.
Ludwig Erhards “Wohlstand für alle” wird zum Leitmotiv.
Was im ersten Moment naiv scheint, angesichts der derzeitigen Wirtschaftslage in Deutschland, ist ein Gedanke, der durch eben diese Zeiten trägt und an dem es sich lohnt, festzuhalten .
Für uns bei ESAM ist das keine Theorie.
Wer Wärme oder Strom über Verträge mit 15 oder 20 Jahren Laufzeit liefert, lebt davon, dass die Regeln nicht alle paar Monate neu geschrieben werden. Und muss sich darauf verlassen können, dass wir auch in ein paar Jahren noch verlässlich an seiner Seite stehen.
Dass es Menschen gibt, die in den politischen Debatten in Dresden und Berlin darauf hinweisen, wie es um die kleinen und großen Betriebe unseres Mittelstands steht und was sie tagtäglich leisten, ist deshalb auch für uns unerlässlich.
Was ESAM davon hat
Unser Geschäftsführer Sven Wilhelm sagt selbst, dass die MIT nie eine Plattform war, um Auftrag nach Auftrag zu gewinnen. Wer mit diesem Ziel hinkommt, ist fehl am Platz. Und trotzdem haben wir was davon.
MIT ist …
… Informationsvorsprung. Neue Förderprogramme, Gesetzesänderungen, Fristen im Kleingedruckten: In der MIT redet man darüber, bevor es im Amtsblatt steht. Für einen Betrieb mit zehn Leuten und ohne Rechtsabteilung ist das viel wert.
… Gespräche, die man sonst nicht bekommt. Wenn der Kreisverband die Vorstandsvorsitzende der Sächsischen Aufbaubank oder den Chef der Staatskanzlei nach Meißen holt, sitzen Unternehmer am Tisch, die so einen Termin allein nie bekämen. Es geht nicht um Forderungskataloge, sondern um konkrete Fälle aus dem Landkreis.
… Netzwerk. Wer eine Frage zur Nachfolge hat, zur Finanzierung, zu einer Ausschreibung, findet dort meist jemanden, der das schon hinter sich hat.
Und jetzt, 70 Jahre später?
1956 ging es darum, dem Mittelstand in einer jungen Republik überhaupt eine Stimme zu geben. Heute, bei über 24.000 Unternehmensinsolvenzen im vergangenen Jahr, geht es darum, dass diese Stimme laut bleibt und weiterhin gehört wird.
An unserer Arbeit ändert die MIT nichts. Aber wenn in Berlin über die nächste Pflicht für Gebäudebetreiber entschieden wird, sitzt jemand mit am Tisch, der weiß, was das für uns in Riesa bedeutet.
In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch zu 70 Jahren!


