Heizung kaputt!? Warum Entlüften in der Übergangszeit zum Totalausfall führen kann

Tipps & Tricks

18. März 2026

Draußen versprechen die ersten warmen Sonnenstrahlen Frühlingsgefühle, aber in den eigenen vier Wänden fühlt es sich immer noch nach Winter an. Die Versuchung, am Thermostat zu drehen, ist groß. Einmal aufgedreht, wartet man jedoch vergebens auf die ersehnte Wärme – der Heizkörper bleibt kalt.

Die entsetzte Erstdiagnose: Heizung kaputt! Dicht gefolgt von der nächstbesten Lösung, die sinnvoll erscheint: Entlüften.

Die richtige Diagnose vom Experten: Leider falsch gedacht! Wir erklären, warum Entlüften ausgerechnet jetzt der größte Fehler ist – und wie man es stattdessen besser macht.

Technik mit Gespür: Der Außentemperaturfühler

Ein Blick auf die Funktionsweise moderner Heiztechnik und die Physik von Gebäuden bringt Klarheit.

Moderne Heizanlagen arbeiten witterungsgeführt. Das heißt, die Leistung der Heizzentrale im Keller hängt maßgeblich von der Temperatur außerhalb des Gebäudes ab. Diese wird mithilfe eines Außentemperaturfühlers erfasst, der außen an der Fassade sitzt. Er wird bei der Installation idealerweise an der kältesten und schattigsten Stelle des Hauses angebracht, meist an der Nord- oder Nordwestseite.

Der Fühler misst kontinuierlich die Außentemperatur und leitet die Daten an den Kessel weiter. Anhand dieser Werte berechnet die Anlage die sogenannte Vorlauftemperatur, die bestimmt, wie heiß das Wasser sein muss, das durch die Rohre in Ihre Wohnräume gepumpt wird.

Zu früh gefreut: Doch noch kein Frühling

In der sogenannten Übergangszeit zwischen Winter und Frühling - oder Herbst und Winter - sorgt diese praktische Funktionsweise jedoch leicht für technische Verwirrungen. Gerade jetzt schwanken die Temperaturen extrem. Beispielsweise genau dann, wenn die ersten wärmeren Tage einem weismachen wollen, der Frühling zöge schon ein, bis man dann doch nach Sonnenuntergang in viel zu dünner Jacke zittert. Nachts herrschen derzeit oft noch Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt, während das Thermometer tagsüber in der Sonne schnell auf 15 bis 20 Grad klettert.

Die dicken Wände eines Hauses sind nach einer kalten Nacht und einem langen Winter massiv ausgekühlt und strahlen Kälte ab. Um die Wohnräume für uns Menschen wohnlich zu machen, bräuchte es eigentlich noch Heizwärme. Die Sonne erwärmt jedoch tagsüber rasant die Umgebungsluft und so auch die Fassade. Der Außentemperaturfühler misst plötzlich angenehme 18 Grad und gibt diese Information sofort an die Heizzentrale im Keller weiter. Der logische Schluss: Es ist warm genug, also kann Energie gespart werden – Heizen ist nicht länger nötig!

Das Resultat: Die Heizanlage fährt die Leistung drastisch herunter oder schaltet komplett in den Sommerbetrieb. Es dauert dann eine ganze Weile, bis die Heizung – meist erst in den kühleren Abendstunden – „merkt“, dass der Wärmebedarf in der ausgekühlten Wohnung eigentlich noch viel höher ist, als die sonnige Mittagsluft vermuten ließ.

Warum Entlüften jetzt riskant ist

Das wissen viele aber nicht. In dem Glauben, die Heizung funktioniere nicht richtig, machen viele Nutzer nun den entscheidenden Fehler: Sie versuchen, die kalten Heizkörper zu entlüften.

Wir bei ESAM kennen diese Situation aus über zwei Jahrzehnten Erfahrung im Anlagenbetrieb nur zu gut. In den allermeisten Fällen liegt aber gar kein technischer Defekt vor. Wer jetzt voreilig zum Entlüftungsschlüssel greift, riskiert sogar, die gesamte Heizanlage im Gebäude lahmzulegen.

Entlüften ist eigentlich nur dann sinnvoll, wenn sich Luft im Heizkreislauf befindet. Zu erkennen ist das meist an einem deutlichen, lauten „Gluckern“ im Heizkörper. Ist der Heizkörper in der Übergangszeit einfach nur kalt – und dabei vollkommen still –, befindet sich darin keine Luft, sondern Wasser, das durch die Drosselung der Anlage nicht zirkuliert.

Wird jetzt fälschlicherweise gelüftet, kommt es zu einer riskanten Kettenreaktion:

Sie öffnen das Entlüftungsventil am kalten Heizkörper.

Da es keine Luft gibt, die entweichen müsste, lassen Sie unwissentlich wertvolles Heizungswasser ab. Durch den Wasserverlust sinkt der Anlagendruck im gesamten Heizsystem des Gebäudes. Fällt der Wasserdruck nun unter einen kritischen Wert (meist unter 1,0 bar), greift eine Schutzfunktion der Heizung, der sogenannte Trockengehschutz.

Das Ergebnis: Die Heizzentrale schaltet sich aus Sicherheitsgründen komplett ab.

Aus einem harmlosen, wetterbedingten Regelungseffekt provozieren Sie so im Zweifelsfall einen echten Anlagenausfall, der alle Parteien im Haus betreffen und oft einen Notdiensteinsatz unserer Techniker erfordern kann. Dank unseres 24/7-Notfallservices ist das Problem zwar garantiert zeitnah behoben, frieren müssen Sie vorerst aber dennoch.

So prüfen Sie Ihre Anlage richtig

Deshalb hier unser Expertentipp: Bevor Sie zum Werkzeug greifen, führen Sie den folgenden simplen Test durch. So wissen Sie in Sekundenschnelle, ob Ihre Heizanlage intakt ist.

Der Warmwasser-Test:

Gehen Sie ins Badezimmer oder in die Küche und drehen Sie den Wasserhahn auf die heißeste Stufe. Warten Sie einen Moment.

Wird das Wasser wie erwartet heiß, können Sie unbesorgt sein. Das bedeutet, dass die Heizzentrale im Keller einwandfrei arbeitet. Warum? Die Trinkwarmwasserbereitung hat bei fast allen Heizsystemen Vorrang und ist von der Außentemperatursteuerung der Heizkörper entkoppelt. Ihre Anlage hat also lediglich auf das sonnige Außenwetter reagiert.

Bleibt das Wasser kalt, liegt höchstwahrscheinlich tatsächlich eine Störung an der Anlage vor, die gemeldet werden sollte.

Haben Sie den Warmwasser-Test erfolgreich durchgeführt, die Heizung springt aber trotzdem nicht sofort an, hilft nur eines: Geduld. Lassen Sie die Thermostate geöffnet und warten Sie ab, bis es draußen wieder etwas abgekühlt ist und der Außenfühler reagiert. Dann fährt auch die Heizung ihre Leistung wieder hoch und die Heizkörper werden von ganz allein wieder warm.

Und bis dahin: Greifen Sie lieber zu einem warmen Pullover oder einer Decke, aber lassen Sie die Entlüftungsventile guten Gewissens zu. Das schont nicht nur Ihre Nerven, sondern verhindert auch unnötige Druckabfälle im System und sichert eine störungsfreie Energieversorgung für das gesamte Gebäude.

Und wenn es doch einmal Probleme geben sollte, melden Sie sich jederzeit unter unserer Störfallnummer 0151-12 00 66 34. Wir helfen Ihnen zuverlässig.

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